Die Würde des Menschen…

…ist vielen anscheinend scheißegal.

Bei einem schweren Autounfall auf der Autobahn waren um die 100 Leute damit beschäftigt Fotos und Videos von der Unfallstelle zu machen und den ganzen Schrecken zu dokumentieren. Widerlich.

Sonntag, so gegen 13 Uhr. Westautobahn Wien – Salzburg. Auf dem Weg mit der Mitfahrgelegenheit gen München gerate ich in relativ dich an einen Unfall. Wir erreichen gerade die Unfallstelle als die ersten Helfer bereits am Werk waren. Ein Auto ist auf einen Laster aufgefahren, hat sich gedreht und ist kaum noch als Auto zu erkennen. Wie wir später feststellen mussten, starb mindestens ein Insasse.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, hat sich mal wieder die Sensationslust vieler Menschen bestätigt. Klar steigt man, wenn man stundenlang auf der Autobahn warten muss aus dem Auto aus. Haben wir auch gemacht. Aber was gut einhundert Leute da dann vollzogen war meines Erachtens nach unter aller Sau. Gleich neben dem Seitenstreifen war ein kleiner Hügel. Alle Spanner kletterten auf diesen kleinen Hügel, zogen ihre Handies und Kameras und hielten voll drauf. Und genau das finde ich eine Frechheit. Als wär es nicht schon schlimm genug, dass die Unfallopfer leiden – dann auch noch alles aufnehmen und womöglich damit angeben. Einfach nur unverschämt.

Spätestens beim Einsatz zweier Rettungshubschrauber und dem Auftauchen des Bestattungswagens hätte es auch dem letzten Idioten klar sein müssen, dass es sich da um mehr als um einen Blechschaden handelt. Aber das ist natürlich total egal. Hauptsache was spannendes zum erzählen und zeigen…

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin extrem enttäuscht