Information: Overflow – Webseitefrisuren

Interaktivität rules! Oder? Is doch so. Je mehr der Nutzer oder Kunde beeinflussen kann, desto besser. Kann er sich alles aussuchen, ist er glücklich. Mehr Optionen, mehr Zufriedenheit, mehr Kunden…so die landläufige Meinung.

Achja?????

Als ich gestern beim Friseur saß, dacht ich mir “Verdammt, nicht so viel Optionen. Mach einfach, dass es gut aussieht. Basta“. Los gings  in etwa so:

Friseuse Friseurin (F):”Wie lang denn?” –

Ich (I): Soll ich ne Milimeterangabe machen oder was?  “Ja kurz halt. Oben länger als an den Seiten…”

F: “Mit der Maschine an der Seite? 12 oder 16”?

i: “Joa. klar. von mir aus…Äh. Pff…ja äh…öhm…12 vielleicht?”

F: “So nach links oder rechts? Oder mittig?”>>nimmt stückchen Haar in die zwischen die Finger<< “So viel weg?”

I: “äääh..joa..sieht gut aus, denk ich. glaub ich…hm…ja” (nasses Haar wohl gemerkt)

…..

Das ging noch 15 Minuten so weiter…Als ich rauskam dachte ich mir “man war das cool bei meiner alten Friseurin…die hat einfach gemacht und es sah gut aus…” Aber das nun. Die junge und frisch geschulte Frisurverkäuferin….hat mit Sicherheit alles gemacht, was sie gelernt hat. Aber es hat echt genervt. Nix von wegen zurück lehnen und machen lassen….Viel zu viel Entscheidungen zu treffen.

Daher nun also die Frage: Tut dieser Information / Entscheidungs – Overflow not? Ist es wichtig den Endnutzer / Kunden mit Möglichkeiten etc. zuzuschütten? Wäre der Friseurbesuch im Web gewesen, wären das zig Checkboxen und Dropdownlisten gewesen….wahrscheinlich so viele, dass ich die Seite frustriert geschlossen hätte…und zu jemandem gesurft wäre, der ordentliches Targeting verwendet….ha! Targeting. Is das die Antwort? BT? PBT? Ohne Zweifel irgendwie cool, aber in letzter Konsequenz ja noch zu selten wirklich eingesetzt. Erkennen wie der Kunde so “drauf” ist und dann danach handeln. Wie eine Friseurin der eine Angabe á la “schön kurz, war das letzte mal vor 6 Wochen beim Friseur…” langt…

Anyway. Momentan denkt man ja meist noch, je mehr der Kunde beeinflussen kann, desto besser ists und desto zufriedener ist er. Nunja. Meine Frisur sitzt irgendwie (gucksu irgendein Bild von mir – is nich sooo schwer bei so kurzen Haaren) – aber zufrieden ist anders. Sah schon besser aus….kann daran liegen, dass ich schlechte Anweisungen gebe bzw. mich hier schlecht entscheiden kann, ist mir im Endeffekt aber egal. Was bleibt ist ja das Ergebnis und der Eindruck, dass ich das nächste mal vielleicht wieder zu nem anderen Friseur gehe..

Was macht man aber nun am Besten, damit der Webseitbesucher das nächste Mal nicht zum anderen Friseur geht? Fragen über Fragen…

  • man stellt dem websitenutzer einen rechner vor die nase und er wählt per touchscreen aus, was der friseur machen soll 😉
    aber mal im ernst. diese bedürfnisanalyse ist eine notwendigkeit, sonst erhält der friseur scheinbar ne schlechte bewertung. mir ist es auch schon aufgefallen, dass es nun überall gemacht wird.

  • Jaja. I know dass es überall gemacht wird. Hab ja auch gesagt, dass die junge Dame wohl genau nach den Richtlinien ihres Arbeitgebers gehandelt hat. Und klar, ists mittlerweile fast überall so. Darum ists mir ja auch so aufgefallen.

    Finds ja schon immer nervig wenn ich beim BK so viele Entscheidungen treffen muss – wenn die jetzt bald noch fragen “mit wieviel Kalorien denn?”, dann ists vorbei 😉 Wobei das ja wenigstens noch ja/nein Fragen sind bislang. Da ist eine Entscheidungsfindung einfacher als bei “wie lange denn? oben, rechts, links..”

    Da sieht man mal, dass der Mensch halt doch nicht immer alles frei entscheiden möchte. Man hats nicht leicht mit uns =)